Orden und Säkularinstitute im Bistum Aachen
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Die Welt betrachten mit Augen voller Liebe ...

Impuls für März von Pfr. Bernd Schmitz CO, Aachen

Die Heiligen 40 Tage vor dem Osterfest sind eine Zeit der Neuorientierung auf das Wesentliche unseres Lebens und unseres Glaubens.

Wir sind eingeladen, neu oder wieder zu entdecken, was eigentlich unsere Berufung als Christen ist, und so neue Motivation zum Christsein zu gewinnen. Das Morgengebet der heiligen Miriam scheint mir dabei eine gute Hilfe zu sein:
 
Herr Jesus, im Schweigen
dieses anbrechenden Morgens komme ich zu dir
und bitte dich mit Demut und Vertrauen
um deinen Frieden, deine Weisheit und deine Kraft.
Gib, dass ich heute die Welt betrachte
mit Augen die voller Liebe sind.
Lass mich in meinem Nächsten
den Menschen empfangen,
den du durch mich lieben willst.
Schenke mir die Bereitschaft,
ihm mit Hingabe zu dienen,
und alles Gute, das du in ihn hineingelegt hast,
zu entfalten.
Meine Worte sollen Sanftmut ausstrahlen
und mein ganzes Verhalten soll Frieden stiften.
Nur jene Gedanken, die Segen bringen,
sollen in meinem Geist haften bleiben.
Verschließe meine Ohren
vor jedem übelwollenden Wort
und jeder böswilligen Kritik.
Meine Zunge möge nur dazu dienen,
das Gute hervorzuheben.
Vor allem bewirke, o Herr,
dass ich so voller Frohmut und Wohlwollen bin,
dass alle, die mir begegnen,
deine Gegenwart und deine Liebe spüren.
Bekleide mich mit dem Glanz
deiner Güte und deiner Schönheit,
damit ich dich
im Verlauf dieses Tages offenbare.
Amen.
Hl. Miriam v. Abellin (1846-1878)

"Gib, dass ich heute die Welt betrachte mit Augen die voller Liebe sind."
Oft entdecken wir zuerst das Negative und Kritikwürdige in der Welt. Immer neue Katastrophenmeldungen drängen sich in unser Bewusstsein. Sicher, es gibt in der Welt vieles, was nicht so ist, wie es sein sollte. Aber sich nur darauf zu fokussieren verstellt den Blick für das Gute und Schöne, das Gott in seine Welt hineingelegt hat, und das uns Mut macht, uns für die Welt einzusetzen.
"Lass mich in meinem Nächsten den Menschen empfangen, den du durch mich lieben willst."
Sind die zufälligen Begegnungen des Tages wirklich so zufällig? Oder enthalten sie nicht auch einen Auftrag für mich? Gott will die Menschen durch mich lieben. Und zwar nicht nur die, die ich mag - das fällt bestimmt leichter, sondern auch die, die mir querkommen. Alle, die mir begegnen, sollen durch mich mit Gottes Liebe in Berührung kommen.
Miriam bittet in ihrem Gebet um die Kraft, eine solche liebende Haltung zu gewinnen, und wir dürfen das mit ihr tun.
Die Tatsache, dass Miriams Gebet ein Morgengebet ist, zeigt, wie wichtig es ist, in den ersten Augenblicken des Tages, den kommenden Tag und unsere Berufung bewusst in den Blick zu nehmen und nicht gedankenlos in den Tag zu stolpern.
So kann dieses Gebet - regelmäßig angewandt - helfen, unsere Sicht der Welt und unserer Berufung in ihr neu und tiefer zu entdecken, und das nicht nur in der Fastenzeit.

Von Ordensbüro

Veröffentlicht am 29.02.2016

 
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