Orden und Säkularinstitute im Bistum Aachen
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Das Jahr der Orden geht im Bistum Aachen zu Ende

Begegnungen standen im Vordergrund: Das „Jahr des geweihten Lebens“ brachte wie hier den Dialog mit der Jugend in Gang.

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Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 07/2016

Das Jahr der Orden – ein Jahr der Ideen

Ordensleute suchten intensiv den Austausch mit der Gesellschaft

Wenn etwas zu Ende geht, herrscht meistens Trauer. Nicht so im Aachener Dom und hinterher in der Citykirche St. Nikolaus: Zum offiziellen Abschluss des von Papst Franziskus ausgerufenen „Jahres des geweihten Lebens“ im Bistum Aachen herrschte viel Hoffnung, Zuversicht und Leben.

Scharen von Ordenschristen kamen aus diesem Anlass zusammen, hielten Rückschau und setzten zugleich ein Zeichen ihrer Präsenz in Kirche und Gesellschaft gerade in Zeiten zurückgehender Mitgliederzahlen. Eine grundsätzliche Standortbestimmung nahm bei der Eucharistiefeier im Dom der Diözesanadministrator, Weihbischof Karl Borsch, vor. Er ordnete die Lebensweise der Patres, Brüder und Schwestern in die geistliche Landschaft des Christentums und des ihm zu Grunde liegenden Evangeliums ein: „Jesus steht in seinem Leben nicht im Rampenlicht, sondern auf der Seite derer, die im Schatten leben.“ Das Leben und Tun des Gottessohnes sei auch darüber hinaus das Eichmaß, zum Beispiel auf die Eitelkeit und Selbstlosigkeit des Handelns hin: „Wir müssen uns fragen lassen, ob wir Christus darstellen oder uns selber.“ Erinnerungen und der Wunsch, das zu bewahren, was aus den Erfahrungen des Jahres als sinnstiftend begriffen wurde, sprach auch aus der an- und abschließenden Begegnung in der Citykirche.

 

Mit der Weltkirche verbunden, auch im Abschluss des Jahres

Es war aber auch ein Abend des Dankeschön-Sagens. Diese Geste galt mehreren Menschen, die dem Jahr des geweihten Lebens in Aachen auf besondere Weise Gestalt und Leben gegeben hatten, zum Beispiel Verena Bauwens, der Öffentlichkeitsarbeiterin der Armen-Schwestern vom heiligen Franziskus (Schervier-Schwestern), und dem Leiter des Päpstlichen Werkes für geistliche Berufe (PBW) im Bistum Aachen, Domvikar Matthias Fritz. Die Begegnung in der Citykirche zeichneten aber nicht nur feierlicher Ernst und tiefe menschliche Dankbarkeit, sondern auch Hintersinn und Humor aus. Das lag an der besonderen Art und Weise, mit der Schervier-Schwester Gudrun Müller und der Oratorianer Pfarrer Bernd Schmitz als Sprecher der „Vollversammlung der Ordens- und Säkularinstitute sowie der Gesellschaften des apostolischen Lebens im Bistum Aachen“ ihr Zwiegespräch gestalteten.

Der Ton wirkte weder offiziös noch sonst wie glatt, sondern sehr persönlich, erfrischend und darum humorvoll und glaubwürdig.  „Das war eine gute Idee vom Papst“, bewertete Schwester Gudrun den Anstoß aus Rom, Klöster und andere Orte des Gott geweihten Lebens mit ihren Bewohner einen ganzes Jahr lang ins rechte Licht zu rücken. Zugleich stellte die Franziskanerin die Aachener Initiative(n) in einen weiteren Kontext: Mit Blick auf das Fest Mariä Lichtmess, an dem nicht nur in diesem Bistum der Ausklang dieses ganz besonderen Jahres gefeiert wurde, stellte die Schervier-Schwester den internationalen Kontext her: „Wir sind mit der Weltkirche verbunden – zeitgleich findet in Rom die Papstmesse statt.“

Dann die schelmisch formulierte rhetorische Frage: „In Aachen – was gab's da noch?“, stellte Schwester Gudrun in den Raum. Sekunden später die Erklärung: „Jede Menge Ideen!“ Alles, zumindest aber das meiste von dem, was stattgefunden hat, ließ das Moderatoren-Duo noch einmal Revue passieren und lebendig werden. Da fuhr ein weiteres Mal die Kaffee-Ape vor, ein dreirädriges Fahrzeug auf Motorroller-Basis, mit dem Ordenschristen beiderlei Geschlechts in Aachener Innenstadt-Fußgängerzonen Präsenz zeigten und mit Scharen von Passanten über einer Tasse des belebenden braunen Getränks ins Gespräch kamen. Häufig bis noch öfter mit dabei: PWB-Leiter Matthias Fritz und Verena Bauwens, die Öffentlichkeitsarbeiterin bei den Franziskanerinnen. Beide engagierten sich im Jahr weit über das an und für sich schon umfangreiche Spektrum ihrer Aufgaben hinaus und wurden darum in der Nikolauskirche für ihren Einsatz geehrt.

 

Wenn das Manuskript weggelegt wird und Persönliches vorne steht

Wenngleich Aachen mit Stadtführungen, Kinoabenden und anderen Aktivitäten einen Schwerpunkt der Aktionen mit abbekam – nicht alles fand in der Kaiser- und Printenstadt statt. Als wäre es erst vor ein paar Tagen gewesen, erinnerten sich die Franziskanerin und der Oratorianer an den Ordenstag Ende Juni in Schleiden, besonders aber an die Podiumsdiskussion zum Thema „Freiwillig lebenslänglich“ – und, so Bernd Schmitz, an einen weiteren Umstand: „Bei der Messe war Bischof Mussinghoff so berührt, dass er sein Manuskript vergessen und von seiner eigenen Berufung erzählt hat.“ Das „Jahr des geweihten Lebens“ ist nun vorbei und die zugehörige Website www.anders-als-du-glaubst.de wird in ein paar Tagen abgeschaltet. Aber trotzdem wird noch lange etwas davon nachklingen – weil Ordenschristen im Verlauf Präsenz gezeigt und damit signalisiert haben, dass sie da sind und bereit, wenn wieder jemand mehr oder minder brennende Fragen stellen möchte.


Von Christoph Hahn

Veröffentlicht am 11.02.2016

 
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